Der Geisterzug - Cover

THE SILENT CASES — Fall 3

Der Geisterzug

ca. 180 Seiten · Mystery · Ab 14 Jahren

"Nachts hört man ihn auf den stillgelegten Gleisen.
Einen Zug, der nicht existiert."

Seit Wochen kursieren Gerüchte in Kleinhüningen: Ein Geisterzug, der nachts über die alten Hafengleise gleitet. Ohne Lokomotive. Ohne Licht.

Als Nora nachforscht, stößt sie auf eine vierzig Jahre alte Tragödie — und auf Menschen, die alles tun würden, um die Wahrheit begraben zu halten.

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Mystery

Ein Geisterzug, alte Geheimnisse und ein vermisstes Mädchen

🧠

Psychologie

C.G. Jung wuchs hier auf — und sah Dinge, die andere nicht sahen

🔐

Bonus-Rätsel

Entschlüssle Marlenes letzte Nachricht

💔

Emotion

Was geschah wirklich am 17. März 1984?

Leseprobe

Kapitel 1: Der Geisterzug

«Was man nicht sieht, kann einen trotzdem verfolgen.»

Es begann mit einem Geräusch.

Nicht laut, nicht offensichtlich — eher wie ein Kratzen am Rand des Bewusstseins, etwas, das man leicht überhören konnte, wenn man nicht darauf achtete.

Aber ich achtete immer.

Die Gerüchte kursieren seit Wochen in Kleinhüningen.

Ich hörte sie zum ersten Mal bei Götz, dem Bäcker an der Ecke, während ich auf mein Gipfeli wartete. Zwei ältere Frauen standen vor mir in der Schlange und redeten über ihren Nachbarn, der nicht mehr richtig schlafe.

«Er sagt, er hört ihn nachts», sagte die eine. «Den Zug.»

«Welchen Zug?», fragte die andere.

«Den auf den alten Gleisen. Bei der Hafenbahn.»

Die andere Frau lachte. «Die Gleise sind seit Jahren stillgelegt. Da fährt nichts mehr.»

«Das sag ich ihm auch. Aber er schwört es.» Sie senkte die Stimme. «Er sagt, er hat ihn gesehen. Einen alten Güterwagon. Mitten in der Nacht. Ohne Lokomotive. Der einfach so... gleitet.»

Ich stand da mit meinem Fünffrankenstück in der Hand und hörte zu.

Der Geisterzug von Kleinhüningen.

— Was verbirgt sich hinter dem Geisterzug? —

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🎁 Bonusmaterial

Marlenes letzte Nachricht

In der Nacht vor ihrem Verschwinden schrieb Marlene einen letzten Eintrag in ihr Tagebuch — verschlüsselt, damit niemand ihn lesen konnte.

Der Schlüssel liegt in den Zahlen ihrer Geschichte: Das Jahr in dem sie verschwand, der Tag im März, und das Alter das sie nie erreichte.

Hast du aufmerksam gelesen? Die Antworten stehen alle im Buch...

DER CODE:

████ — ██ — ██
Jahr · Tag · Alter

Gib den Code ein:
Format: XXXX-XX-XX (nur Zahlen und Bindestriche)

🔓 Entschlüsselt!

Was Marlene sagen wollte

Der letzte Tagebucheintrag — 16. März 1984, 23:47 Uhr

Marlenes Tagebuch

Ich kann nicht schlafen.

Die Worte drehen sich in meinem Kopf wie ein Karussell, das nicht anhalten will. Immer wieder. Immer dieselben Bilder.

Morgen werde ich es tun. Morgen werde ich zur Polizei gehen und alles erzählen.

Regula sagt, ich soll schweigen. Sie sagt, es war ein Unfall. Sie sagt, niemand würde uns glauben. Sie sagt, wir wären auch dran.

Aber ich kann nicht schweigen. Nicht mehr.


Ich habe gesehen, was sie getan haben.

An den Gleisen. Im alten Wagon. In der Nacht, als der Nebel so dicht war, dass man die eigene Hand nicht sah.

Ich habe gedacht, es wäre ein Spiel. Ein dummes Spiel von dummen Jungs. Aber dann...

Dann war da das Schreien. Und dann war da Stille.


Er hat mich gesehen.

Als ich weggerannt bin, hat er sich umgedreht und mich gesehen. Nur für eine Sekunde. Aber er wusste, dass ich da war. Er wusste, was ich gesehen hatte.

Seitdem folgen mir die Blicke. In der Schule. Auf der Straße. Überall.

Sie wissen, dass ich es weiß.


Mama schläft schon. Papa ist nicht da — wie immer.

Ich habe die Kerze angezündet, die mir Oma geschenkt hat. Sie riecht nach Lavendel. Oma hat immer gesagt, Lavendel vertreibt die bösen Geister.

Aber manche Geister sind keine Geister. Manche Geister sind Menschen.

Und Menschen kann man nicht mit Lavendel vertreiben.


Morgen. Morgen wird alles anders sein.

Ich muss nur diese eine Nacht überstehen.

— M.

Marlene Gysin verschwand am 17. März 1984.
Sie wurde erst 42 Jahre später gefunden.